https://www.naturadb.de/pflanzen/plantago-major/
Licht: | Sonne bis Halbschatten |
Boden: | durchlässig bis normal |
Wasser: | frisch |
Nährstoffe: | normaler Boden |
Pflanzenart: | Staude |
Wuchs: | krautig |
Höhe: | 10 - 30 cm |
Breite: | 15 - 20 cm |
frostverträglich: | bis -28 °C (bis Klimazone 5) |
Wurzelsystem: | Flachwurzler |
Blütenfarbe: | gelb |
Blühzeit: | |
Blütenform: | klein, unscheinbar |
Blattfarbe: | grün |
Blattphase: | wintergrün |
Blattform: | elliptisch, oval, zugespitzt |
Bestandssituation (Rote Liste): | sehr häufig |
Gefährdung (Rote Liste): | ungefährdet |
Wildbienen: | 12 (Nektar und/oder Pollen, davon keine spezialisiert) |
Raupen: | 68 (davon 3 spezialisiert) |
Schwebfliegen: | 2 |
Pollenwert: | 3/4 - viel |
floraweb.de.
Höhenlage: |
planar (<100m1 / <300m)2 bis subalpin (1000m-1100m1 / 1500m-2500m)2 1 Mittelgebirge / 2 Alpen |
ist essbar |
Blätter Verwendung: Heilpflanze |
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Heimische Wildpflanzen sind vielerorts selten geworden und damit die neuen Exoten in unseren Gärten. Sie sind, im Gegensatz zu Neuzüchtungen und Neuankömmlingen, eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. In puncto Stand- und Klimafestigkeit sind sie anderen Arten deutlich überlegen. Auch kalte Winter überleben sie meist ohne Probleme. Gut für dich, gut für die Natur.
Also pflanzt heimische Arten, so wie diese!
Breitwegerich, Breiter Wegerich oder Großer Wegerich (Plantago major) ist ein weit verbreitetes Mitglied der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Man findet ihn auf Straßen, Wegen, Äckern, Feldern und Weiden, wo er sich auch an Fußtritten und Rädern nicht stört.
Er wird 10-30 Zentimeter hoch und überdauert mit einem tiefreichenden Rhizom. Seine breiten löffelförmigen Blätter stehen in einer grundständigen Rosette. Ihre Blattspreite ist deutlich vom Stiel abgesetzt, mit meist 5-9 deutlich erkennbaren Nerven, dunkelgrün und meistens kahl, seltener kurz behaart. Der Blütenstand ist blattlos und endet in einer Ähre mit kleinen grünen Blüten. Aus ihnen entwickeln sich kleine Deckkapseln als Früchte, die meist bis zu 30 Samen enthalten.
Im Garten wächst der Breitwegerich am besten in neutralem bis leicht sauren, durchlässigen und mäßig fruchtbarem Boden und in voller Sonne. Er ist extrem trittfest und robust und wächst auch auf vielbegangenen Stellen.
Ein Schneiden ist beim Breitwegerich nicht vonnöten, es sei denn man will ihn in seiner Ausbreitung beschränken.
Breitwegerich lässt sich leicht aus Samen ziehen. Unbeaufsichtigt sorgt er im Alleingang für reichliche Selbstaussaat. Er ist ein Kalt- und Lichtkeimer. Daher muss man ihn rechtzeitig vor dem Winter aussäen und darf die Samen nur leicht auf die Erde andrücken.
Die großen Blattrosetten des Breitwegerichs eignen sich für Kräutergärten und Steingärten. Im gepflegten Rasen sind sie weniger gerne gesehen und werden trotz ihres ökologischen Nutzwertes als Unkraut angesehen.
Breitwegerich ist wenig anfällig für Schädlinge und Krankheiten. In längeren Trockenphasen können sich Spinnmilben ausbreiten, und für die jungen Triebe interessieren sich Blattläuse, ohne den Pflanzen gefährlich zu werden.
Der Pollen des Breitwegerichs lockt sechs Wildbienen an, darunter vier Sandbienen (Andrena spec.) sowie die Furchenbiene Lasioglossum lativentre und die Holz-Blattschneiderbiene (Megachile ligniseca).
Für den Breitwegerich als Raupenfutter interessieren sich vier einheimische Schmetterlinge: der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia), der Große Sackträger (Canephora hirsuta), Messingeule (Diachrysia chrysitis) und die Graue Felsflur-Staubeule (Hoplodrina respersa).
Breitwegerich ist ein Wind- und Tierstreuer. Was nicht der Wind davonträgt, bleibt an den Pfoten von Tieren oder den Schuhsohlen des Menschen hängen und wird so weit fortgetragen. Es ist also durchaus in der Absicht der Pflanze, sich ausgerechnet auf vielbegangenen Wegen schnell auszubreiten.
Breitwegerich ist nur eines der bei uns häufig auf Wegen anzutreffenden Wegeriche. Er hat die breitesten Blätter, die schmalsten hat der Spitzwegerich (Plantago lanceolata), und irgendwo dazwischen liegen die Blätter des entsprechend benannten Mittleren Wegerichs (Plantago intermedia). Botaniker unterscheiden beim Breitwegerich drei Unterarten.
In Nordamerika ist der Breitwegerich eingeschleppt. Mit seinen an den Schuhen der Siedler klebenden Samen sorgte er für schnelle Ausbreitung und bekam von den Indianern den Namen „Fußspur des Weißen Mannes“.
Mehrjährige Stauden bleiben über viele Jahre erhalten. Den Winter überdauern sie eingezogen in Wurzeln, Zwiebeln oder anderen unterirdischen Speicherorganen und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.
Pflanze | Wuchs | Standort | Blüte | Kaufen |
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BreitwegerichPlantago majorWildform | krautig 10 - 30 cm 15 - 20 cm |
| ab 3,20 € | |
Breitwegerich 'Purpurea'Plantago major 'Purpurea' | rosettenförmig 10 - 30 cm 15 - 20 cm |
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Am naheliegendsten ist der Kauf in einer Gärtnerei oder einer Baumschule deiner Region.
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Breitwegerich ist eine alte Heilpflanze, die man im Mittelalter genau wie Spitzwegerich wegen seiner Schleim- und Bitterstoffe verwendete. Sein schmalblättriger Verwandter war allerdings schon damals wesentlich beliebter. Man benutzt ihn noch heute in der Volksheilkunde bei Erkältungskrankheiten, Magen-Darm-Beschwerden und zur Blutreinigung. Wird man unterwegs von einem Insekt gestochen, hilft ein zerriebenes Blatt des fast überall wachsenden Breitwegerichs gegen die Schwellung und Entzündung.
Die jungen Blätter des Breitwegerichs lassen sich in einem Wildkräutersalat verzehren, mit zunehmenden Alter werden sie zäh und faserig. Sie enthalten viele Mineralstoffe und Vitamin A. In Notzeiten sammelte man die Samen aller Wegeriche und verwendete sie als Mehlersatz. Sie zeichnen sich durch eine besonders hohe Quellzahl aus, heißt sie bilden mit Wasser bereits in kleinen Mengen einen dicken Brei.
Möchte man sich von Breitwegerich einen Vorrat anlegen, sollte man nur die jungen Blätter nehmen. Alte sind zäh und faserig. Am geschmackvollsten sind sie, bevor der Blütenstand erscheint. Für Tee lassen sich auch die älteren Blätter trocknen. Die Samen sollte man erst ernten, wenn sie voll ausgereift sind – ein guter Teil davon bleibt in den Ähren stehen und wartet darauf, mit den Füßen von Tieren oder Menschen fortgetragen zu werden.
Breitwegerich ist in Mitteleuropa heimisch und Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlingsraupen