https://www.naturadb.de/pflanzen/aesculus-hippocastanum/
Licht: | Sonne bis Halbschatten |
Boden: | normal bis lehmig |
Wasser: | feucht bis frisch |
Nährstoffe: | nährstoffreicher Boden |
Salzverträglich: | ja |
Pflanzenart: | Gehölz |
Wuchs: | dichte Krone, breit |
Höhe: | 25 - 30 m |
Breite: | 12 - 20 m |
Zuwachs: | 40 - 50 cm/Jahr |
windverträglich: | ja |
frostverträglich: | bis -34 °C (bis Klimazone 4) |
Wurzelsystem: | Herzwurzler |
Blütenfarbe: | weiß |
Blühzeit: | |
Blütenform: | rispenförmig |
Fruchtreife: | |
Fruchtfarbe: | braun |
Fruchtgröße: | kugelig, stachelige Fruchthülle |
Blattfarbe: | dunkelgrün |
Blattphase: | sommergrün |
Blattform: | handförmig gefiedert, gesägter Blattrand |
Wildbienen: | 18 (Nektar und/oder Pollen, davon 1 spezialisiert) |
Raupen: | 4 (davon keine spezialisiert) |
Nektarwert: | 3/4 - viel |
Pollenwert: | 3/4 - viel |
ist essbar |
Früchte Verwendung: Mus, Gewürz, aber gekocht |
Pflanzen je ㎡: | 1 |
Eignung im Hortus: Was bedeutet Hortus? |
gut geeignet für Pufferzone |
Gewöhnliche Rosskastanie oder Gemeine Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) ist ein bis zu 30 Meter hoher Baum aus der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Man findet sie wild in Berg- und Schluchtwäldern. Sie wird bis zu 300 Jahre alt, bei einem Stammdurchmesser von bis zu einem Meter, und bildet eine asymmetrische breite Krone mit kurzem Stamm. Die Borke ist graubraun und schuppig, die Blätter stehen gegenständig und sind fingerförmig gefiedert mit 5-7 länglich-verkehrt-eiförmigen, in den Blattstiel verschmälerten Fiederblättern. Diese werden bis zu 20 Zentimeter lang und haben einen doppelt gezähnten Rand, sie sind oberseits dunkelgrün und kahl und auf der Unterseite heller und an den Nerven behaart. Im Herbst färben sie sich gelb.
Die Blütenstände sind endständige, aufrechte und kegelförmige, 20-30 Zentimeter lange Scheinrispen. In ihnen stehen die männlichen oder zwittrigen, 20 Millimeter großen weißen Blüten mit glockigem Kelch und eiförmigen, lange genagelten und am Rand gewellten Kronblättern. Die beiden oberen Blütenblätter weisen Saftmale auf. Die oberständigen Fruchtknoten wachsen zu einer 5-6 Zentimeter großen bestachelten grünen Frucht aus, in denen 1-3 runde bis abgeflachte, braun glänzende Samen mit großem weißem Nabel sitzen.
Die Gewöhnliche Rosskastanie benötigt einen nährstoffreichen und tiefgründigen Sand- und Lehmboden mit viel Sonne.
Üblicherweise wächst die Rosskastanie ohne viel gärtnerische Eingriffe. Lediglich abgestorbenes Holz sollte man entfernen.
Die Vermehrung ist mithilfe der Kastanien möglich.
Die Gemeine Rosskastanie ist ein beliebter Park- und Alleebaum und gibt im heimischen Garten einen schönen Solitär, der mit bis zu 30 Metern Endhöhe viel Platz in Anspruch nimmt.
Neben Rostflecken treten an den Blättern bisweilen Minierfliegen und Miniermotten auf. Dramatischer ist das Auftreten des Bakteriums Pseudomonas syringae ssp. aesculi, welches die Rinde absterben lässt und Pilzerkrankungen Tür und Tor öffnet. Oft sind vom Kastaniensterben betroffene Bäume nicht zu retten.
Die Blüten der Rosskastanie werden von Hummeln und Bienen bestäubt. Bei großen Beständen reicht der reichlich gebildete Nektar für die Gewinnung eines sortenreinen Rosskastanienhonigs, für den die Honigbienen auch Honigtau verwenden. Er ist flüssig, hell bis dunkel rötlich und hat einen charakteristischen leicht bitteren Geschmack.
Den Pollen sammeln die vier Wildbienen Andrena nitida, Anthophora plumipes, Lasioglossum calceatum und Osmia bicornis. Für die Blätter als Raupenfutter interessieren sich die Ahorn-Rindeneule (Acronicta aceris) und das Blausieb (Zeuzera pyrina).
2005 wurde die Rosskastanie zum Baum des Jahres gewählt, 2008 zur Arzneipflanze des Jahres. So lange wächst sie noch nicht in Mitteleuropa – sie wurde erst Ende des 16. Jahrhunderts ebenso wie Tulpe und Flieder von Gesandten des Hofes von Konstantinopel eingeführt. Heimisch ist sie ursprünglich in Nordgriechenland und Bulgarien.
Die Kastanien enthalten bis zu 30 Prozent Stärke und 3-5 Prozent Saponine. Letztere machen sie für den menschlichen Verzehr ungenießbar, aber für Pferde und Schweine sind die Rosskastanien eine Leckerei. Dank der Saponine kann man die Kastaniensamen auch zum Waschen verwenden.
Das helle Rosskastanienholz hat einen starken Schwund und ist wenig widerstandsfähig, lässt sich aber gut polieren. In der Naturheilkunde verwendet man Kastanien, Blüten, Rinde und Blätter gegen Geschwüre und Hämorrhoiden und zur Stärkung der Gefäße.
Pflanze | Wuchs | Standort | Frucht & Ernte |
---|---|---|---|
Gewöhnliche RosskastanieAesculus hippocastanumauffällige große Blütenkerzen, glänzend braune Früchte, Bienennährpflanze | dichte Krone, breit 25 - 30 m 12 - 20 m |
| kugelig, stachelige Fruchthülle, braun September - Oktober |
Rosskastanie 'Laciniata'Aesculus hippocastanum 'Laciniata'schwach im Wuchs, tief geschlitzes schmales Blatt | aufrecht, schmale Krone, schwach wachsend 1,8 - 2,5 m 1,5 - 2 m |
| kugelig, mit stachliger Fruchthülle, braun |
Rosskastanie 'Monstrosa'Aesculus hippocastanum 'Monstrosa'zwergiger, knorriger Wuchs, bizarre Wuchsform, verdrehte Triebe | langsam, knorrig, klein 1,5 - 2 m 1,5 - 2 m | | braun September - Oktober |
Die Gewöhnliche Rosskastanie ist ein sommergrüner, breitkroniger Baum, der bis zu 30 Metern hoch wird. Bei alten Bäumen ist der kurze Stamm bis zu einem Meter dick; sie wird bis zu 300 Jahren alt.
Die Gewöhnliche Rosskastanie hat der Familie der Rosskastaniengewächse oder Hippocastanaceae zu ihrem Namen verholfen. Botaniker zählen sie inzwischen zu den Seifenbaumgewächsen (Sapindaceae), in denen die Rosskastaniengewächse nur noch die Unterfamilie Hippocastanoideae bilden.
Die Gewöhnliche Rosskastanie blüht im April und Juni.
Die Rosskastanie wird nicht nur ziemlich groß, sondern auch relativ alt: Bei einer Höhe von 30 Metern kann sie schon mal um die 200-300 Jahre alt sein und einen Stammdurchmesser von rund einem Meter haben. Schnell wachsen wird sie nur in ihrer Jugend, mit zunehmendem Alter ist der jährliche Zuwachs der Rosskastanie zusehends übersichtlicher. Übrigens bemerkenswert: Auch die schon etwas älteren Bäume lassen sich immer noch problemlos verpflanzen – sofern man ausreichend schweres Gerät zur Verfügung hat.
Die Rosskastanie hat ihren Namen bekommen, weil man die stärkereichen Samen, die Kastanien früher als Kraftfutter an die Pferde verfüttert hat. Darauf deutet auch der lateinische Name hippocastanum, das die griechischen Worte für Pferd und Kastanie enthält. Mit dem Gattungsnamen aesculus bezeichneten die Römer Eichen mit essbaren Früchten.
Gewöhnliche Rosskastanie ist nicht heimisch, aber dennoch Nahrungsquelle/Lebensraum für Bienen und Schmetterlingsraupen